DAS RÖSTEN

In der Tasse

Nun ist der Kaffee in Ihrer Tasse...

Für die Zubereitung einer TasseEspresso benötigt man ungefähr 7 g Kaffee, für eine Tasse mittlerer Größe 12 g und für eine Schale/Jumbotasse 15 g.

Sind in Dahinschwinden und Zweideutigkeit Zeichen von Erotik, so ist Kaffee ein erotisches Getränk. Er regt unsere Sinne an, gibt sein Rätsel aber nicht preis, er löst sich auf, sobald man ihn klar und eindeutig umreißen will, er teilt sich auf, sobald man ihn mit Worten umreißen will.

Versuchen wir dennoch, ihn zu beschreiben.

Betrachten Sie zunächst Ihren Aufguss, Ihr Getränk.

Seine Tönung hängt vom jeweiligen Röstgrad ab.

Die auf der Oberfläche befindliche Crema, wenig oder viel, hell oder dunkel, gibt Auskunft über die Art und Qualität der Kaffeezubereitung.

Nehmen Sie nun den Duft Ihres Kaffees wahr.

Die Aromen sind sehr vielfältig. Man zählt mehr als achthundert! Es ist schwierig, einen sensorischen Eindruck mit Worten wiederzugeben. Folgend einige generelle Beschreibungen

VERBRANNT / RAUCHIG Diese organoleptische Beschreibung erinnert an den Duft von verbrannter Nahrung. Dies ist der Geruch, dem man mit dem Rauch von verbrennendem Holz verbindet. Kaffeeverkoster benutzen häufig diese Beschreibung, um den Röstgrad von stark oder im Ofen gerösteten Kaffees zu definieren.

GUMMIARTIG/span> Diese Charakterisierung des Geruchs erinnert an heiß gelaufene Reifen, Gummibänder oder Gummikorken. Dabei handelt es sich nicht um ein negatives Attribut, sondern die Beschreibung eines starken und charakteristischen Dufts, der bei einigen Kaffees leicht wahrnehmbar ist.

KARAMELLIG Diese organoleptische Charakterisierung erinnert an den Duft und Geschmack von in der Pfanne gebräuntem Zucker, der nicht verbrannt ist. Verkoster sollten dieses Attribut nicht verwenden, um einen Duft nach Verbranntem zu beschreiben.

GETREIDEARTIG/MALZIG/TOASTÄHNLICH Mit dieser Begriffsgruppe werden Aromen beschrieben, die charakteristisch für Getreide, Malz oder gegrilltes Brot sind. Sie umfassen den Geschmack und den Geruch von frischem oder geröstetem Getreide (insbesondere von geröstetem Mais, Gerste oder Weizen), von Malzextrakten, den Geschmack und Geruch von frischen Brot oder frisch gegrillten Toastscheiben. Diese Beschreibung umfasst einen gemeinsammen Nenner: das Aroma von Getreiden. Es werden Aromen beschrieben, die in einer Gruppe zusammengefasst worden sind und vom Verkoster mit Worten, die untereinander austauschbar sind, charakterisiert werden können.

ASCHIG Diese Duftbeschreibung erinnert an den Geruch von Aschenbechern, von Raucherfingern, oder an den Geruch, der beim Reinigen von Kaminen/Schornsteinen freigesetzt wird. Dieses Attribut ist nicht negativ. Generell wird der Begriff von den Verkostern verwendet, um einen Röstgrad zu beschreiben.

SCHOKOLADIG Diese organoleptische Beschreibung erinnert an den Geschmack und Geruch von Kakaopulver oder Schokolade (insbesondere Zartbitter- oder Vollmilchschokolade). Dieser Geschmack wird manchmal auch als süßlich empfunden.

GEWÜRZIG Diese organoleptische Beschreibung ist typisch für den Duft von milden Gewürzen wie Gewürznelken, Zimt oder Piment. Verkoster sollten diesen Ausdruck aber nicht verwenden, um Aromen von scharfen Gewürzen wie Pfeffer, Origano oder indischen Gewürzen zu beschreiben.

TIERARTIG Diese Duftbeschreibung erinnert ein wenig an den Geruch von Tieren. Dabei handelt es sich nicht um ein so betäubendes Aroma wie das vom Moschusparfüm, sondern im Gegenteil, um einen Geruch, der an nasses Tierfell, Schweiß, Leder, Häute oder Urin denken lässt. Es ist nicht unbedingt ein negatives Attribut, es dient im allgemeinen zur Beschreibung von kräftigen, starken Duftnoten.

BLUMIG Diese Aromabeschreibung spielt auf den Duft von Blumen an. Er wird mit der duftigen Leichtigkeit von verschiedenen Blumenarten assoziiert, insbesondere Geißblatt, Jasmin, Löwenzahn und Brennesseln. Diese Beschreibung bedeutet beim Kaffee ein grünes oder sehr fruchtiges Aroma, das allein sehr selten intensiv zum Tragen kommt.

FRUCHTIG/ZITRONIG Diese Aromabeschreibung erinnert an den Duft und Geschmack von Obst. Mit diesem Attribut wird häufig auf das natürliche Aroma von Beerenfrüchten angespielt. Es besteht eine Verbindung zwischen dem hohen Säureanteil in gewissen Kaffees und deren Geschmack nach Zitrusfrüchten. Verkoster sollten dieses Attribut nicht verwenden, um ein Aroma von unreifen oder überreifen Früchten zu beschreiben.

HÖLZERN Diese Aromabeschreibung erinnert an den Duft von trockenem Holz, von Eichenholzfässern, von abgestorbenem Holz oder Karton.

MEDIZINISCH Diese Duftbeschreibung erinnert an den Geruch von chemischen Produkten, Medikamenten und den Geruch in Krankenhäusern. Dieser Ausdruck lässt sich auf Kaffees anwenden, die Verwesungsaromen verbreiten, aber auch Kaffees, die an chemische Substanzen erinnern oder stark aromatisierte Kaffees, die eine große Menge von flüchtigen Substanzen freisetzen.

NUSSIG Diese Aromabeschreibung erinnert an den Geruch und Geschmack von frischen Nüssen (im Gegensatz zu ranzigen Nüssen) und betrifft in keinem Fall Bittermandeln.

RANZIG/VERFAULT Diese Aromabeschreibung umfasst zwei Ausdrücke, die man in Verbindung mit gewissen, durch Fäulnis oder Oxydation hervorgerufene Geruchsnoten setzt. Ranzig ist der hauptsächliche Hinweis auf die Oxydation von Fetten und betrifft im wesentlichen ranzige Nüsse. Verfault bezieht sich auf verdorbenes Gemüse oder fettlose Produkte. Verkoster sollten diese Beschreibungen nicht verwenden, um Kaffees mit strengen Geschmacksnuancen, die aber keinerlei Fäulniserscheinungen vermuten lassen, zu beschreiben.

TABAC Ce descriptif organoleptique rappelle l'odeur et le goût du tabac mais ne doit pas être utilisé pour le tabac brûlé.

ERDIG Dies ist der für frisch umgegrabene Erde, feuchten Boden oder Moder charakteristische Geruch. Manchmal wird dieses Aroma auch mit Schimmel assoziiert, es erinnert an den Geschmack von rohen Kartoffeln. Dieser Geschmack im Kaffee ist nicht wünschenswert.

VEGETABILL/GRÜN/GRASIG Diese organoleptische Beschreibung umfasst drei Begriffe, mit denen Gerüche beschrieben werden, die an frisch gemähten Rasen, grünes Gras, Küchenkräuter, grüne Blätter, grüne Bohnen oder unreife Früchte erinnern.

WEINIG Dieser Ausdruck umfasst sämtliche Sinneseindrücke, die man empfindet, wenn man ein Glas Wein trinkt: Duft und Geschmack. Generell wird mit diesem Begriff ein Kaffee mit einer stark sauren oder fruchtigen Note assoziiert. Verkoster sollten dieses Attribut nicht verwenden, um einen säuerlich-herben oder gärigen Geschmack zu beschreiben.

Nachdem Sie ausgiebig den Duft Ihres Kaffees wahrgenommen haben, wird er nun getrunken...

Sie nehmen die ersten schmeckbaren Eindrücke wahr:

ASTRINGIEREND/SÄURE/STRENGE Diese Beschreibung kennzeichnet einen zusammenziehenden, trockenen Nachgeschmack, der bei Kaffee unerwünscht ist.

KÖRPER/FÜLLE Dieses Attribut dient zur Beschreibung der physischen Eigenschaften des Kaffeegetränks. Der Kaffee hinterlässt im Mundraum ein volles und angenehmes Gefühl, oder im Gegenteil, ein Gefühl von Wässrigkeit.

Dann werden die Geschmackseindrücke wahrgenommen, die die Aromaeindrücke bestätigen (oder auch nicht) und die durch die folgenden schmeckbaren Eindrücke abgerundet werden:

SÄURE Ein spezifischer Geschmack, der durch die gelösten organischen Säuren verursacht wird. Ein markanter Geschmackseindruck, wünschenswert und angenehm, bei Kaffees aus bestimmten Herkunftsgebieten besonders ausgeprägt, nicht zu verwechseln mit einem unangenehmen säuerlich-herben Geschmack oder Überfermentierung.

SAUERKEIT Diese Beschreibung kennzeichnet einen spezifischen, überaus säuerlich-herben Geschmackseindruck, beizend und unangenehm (vergleichbar mit Essig oder Essigsäure). Mitunter wird dieser Eindruck mit dem Geschmack von überfermentierten Kaffee gleichgesetzt. Die Verkoster sollten bemüht sein, Sauerkeit und Säure, die im allgemeinen als angenehme und wünschenswerte Eigenschaft des Kaffees angesehen wird, nicht zu verwechseln.

BITTERKEIT Ein Primäraroma, das durch die Auflösung des Koffeins, Chinins oder gewissen Alkaloiden entsteht. Dieser Geschmack ist bis zu einem bestimmten Grad erwünscht und wird durch den Röstgrad und die Zubereitungsmethode beeinflusst.

SÜßE Die Beschreibung betrifft einen spezifischen Geschmack, der durch die in Lösung gegangenen Zuckerbestandteile Saccharose und Fruktose bestimmt wird und im allgemeinen mit süßen, d.h. fruchtigen, schokoladigen und karamelligen Aromen in Zusammenhang gebracht wird. Dieser Begriff wird häufig dazu verwendet, Kaffees ohne Geschmacksdefekte zu charakterisieren.

SALZIG Ein Primäraroma, das durch in Lösung gegangenes Natriumchlorid oder andere Salze charakterisiert wird.