KAFFEE

Kaffee

Zur Geschichte

Mit "KAHWA"(قهوة) auf Arabisch wurde früher ein schwarzfarbenes Getränk benannt, das aus dem Südwesten Äthiopiens, der Provinz Kaffa mit Jimma als Hauptstadt stammte.

Die am weitesten verbreitete Legende erzählt, dass ein Hirte von Abyssinien (heute Äthiopien) namens Kaldi die anregende Wirkung des Kaffees an der Reaktion seiner Ziegen, die von Kaffeesträuchern gefressen hatten, bemerkte.

Im 15.e Jahrhundert führten die Muslims den Kaffee in Persien, Ägypten, Nordarfrika und in der Türkei ein, wo auch 1475 das erste öffentliche Kaffeehaus in Konstantinopel (heute Istambul) seine Türen öffnete.

In Paris zählt als erstes öffentliche Kaffeehaus das "Café Procope". Die Pariser Kaffeehäuser wurden schnell zu Orten, an denen freiheitliche Ideen zu hören waren. Philosophen gehörten zu den Stammgästen, regelmäßig wurden hier Flugblätter und Schmähschriften verteilt.

Mitte des 18.e Jahrhunderts hat jede europäische Stadt ihre Kaffeehäuser, und Johann Sebastian Bach komponiert im Jahre 1732 seine Kaffeekantate.

Heute

Jährlich werden auf der Welt ungefähr 100 Millionen 60 Kilo-Säcke produziert, d.h. 6 Millionen Tonnen Kaffee insgesamt.

Brasilien ist der weltweit führende Kaffee-Erzeuger, gefolgt von Vietnam, Kolombien und Indonesien.

Äthiopien steht an fünfter Stelle mit den besten Kaffeesorten der Welt.

Während der Kaffee ausschließlich auf der südlichen Halbkugel erzeugt wird, befinden sich seine Konsumenten hauptsächlich auf der nördlichen Halbkugel. Die Arabica-Preise werden an der New Yorker Börse (NYBoT) notiert, vollkommen losgelöst vom wirklichen Alltag der Kaffeebauern und Aufbereitern der grünen Kaffeebohnen.

Fünf Unternehmen kontrollieren gegenwärtig 70 % des weltweiten Kaffeemarktes*: 

KRAFT  (Filiale von Altria - Philip Morris) - (Jacques Vabre - Carte Noire - Grand-Mère - Velours Noir - Maxwell House - Tassimo - Velouté - Café Privilège - Jacobs)

SARA LEE - (Café do Ponto - Café Pilao - Café Prima - Douwe Egberts - Maison du Café - Marcilla - Merrild - Moccona)

TCHIBO - (Tchibo - Davidoof Café - Vista - Pure - Piacetto - Eduscho - Wiener Gold - African Blue - Gala N° 1 - Sana - Grancafe)

NESTLÉ - (Nescafé - Nespresso)

J.M. SMUCKER - (Folgers)

* Quelle: Technisches Zentrum für landwirtschaftliche und ländliche Kooperation AKP-EU

Die verbleibenden 30 % teilen sich Malongo - Lavazza - San Marco - usw. sowie der sogenannte Faire Handel.

Ein gar nicht so fairer Handel

Die im Jahre 2001 ausgelöste Kaffeekrise stürzte weltweit mehr als 25 Millionen kleine Produzenten in große Schwierigkeiten.

In Äthiopien sank der Preis für den 60-kg-Sack Kaffeebohnen von 670 Birr (63 €) im Jahre 2000 auf 150 Birr (14 €) im Jahre 2004, und hat damit den Ruin von mehreren Tausend kleinen Kaffee-Erzeugern herbeigeführt. Währenddessen die Zahl der an den Folgen von Hunger, Unterernährung, Amöbenbefall und Tuberkulose gestorbenen Kinder drastisch anstieg, erhöhten sich Umsatz und Reingewinn der Herren des Kaffees explosionsartig. So hat im Jahre 2000, als der Aufkaufpreis des Kaffees anfing zu verfallen, Sara Lee einen Gewinnanstieg von 17 %, und Nestlé von 26% verzeichnen können. Und für Tchibo war 2000 das Jahr mit dem größten Gewinn in seiner Geschichte überhaupt: sein Reingewinn war um 47 % angesteigen. (Quelle: Jean Ziegler - Das Imperium der Schande - in der frz. Originalausgabe von Livre de poche - Seite 185)

Der Kaffee ist das Symbol des fairen Handels, da:

  • Nach dem Erdöl steht der Kaffee an zweiter Stelle der meist exportierten Rohstoffe.
  • Er wird durch Kleinbauern und Familienbetriebe erzeugt, sein Preis aber wird durch die New Yorker Börse (NYBoT) notiert.

Leider gibt es nur noch einen geringen Unterschied zwischen dem vom fairen Handel bezahlten und dem von der New Yorker Börse notierten Preis (mitunter gar kein Unterschied mehr, wie es im Jahr 2008 der Fall war). Diese Art des Handels ist heutzutage jedoch mehr Teil der Marketing-Strategie der Unternehmen als ein echter ethischer Ansatz.

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